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Inhalt....: Numerische Integration

Kategorie.: Unterrichtsmaterial

Mathematik: Analysis, Numerik

MuPAD.....: 3.0.0

Datum.....: 2003-03-04

Autoren...: Alessandro Dell'Aere <dellaere@mupad.de>

Funktionen: plot, plot::Function2d, plot::Line2d, solve, assign, assume, int

Funktionen: delete, float

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Numerische Integration mit MuPAD

 

Das folgende Arbeitsblatt basiert auf der Unterrichtseinheit "Numerische Integration" von

Alexandra Dreiseidler.

Das Arbeitsblattes bietet eine Einführung in die näherungsweise Berechnung von Integralen mit

Hilfe der Trapez- und der Simpson-Regel.

Dabei wird sich herausstellen, dass der Approximationsfehler bei der Simpson-Regel wesentlich

kleiner ausfällt, als bei der Trapez-Regel.

 

Unterrichtliche Voraussetzungen

 

Eine Unterrichtsreihe mit dem in diesem Notebook beschriebenen Inhalt

setzt folgende Vorbereitung voraus:

 

- Die Idee der Riemannschen Summe

 

- Die symbolisch Integration einer Quadratischen Funktion

 

- stückweise definierte Funktionen

 

- Die Lösung von Gleichungssystemen

 

 

Mögliche Durchführung der Unterrichtseinheit und didaktische Vorbemerkungen

 

Grundsätzlich sollte darauf hingewiesen werden, daß eine symbolische Integration in der Praxis

nicht immer möglich ist. Dazu können einige Beispiele gegeben werden. So kann man den Sinn

und Zweck der numerischen Integration begründen.

 

Teilweise ist der Einsatz von MuPAD prinzipiell nicht notwendig. Man kann aber methodisch so

vorgehen, dass man die komplizierten Ergebnisse der Termumformungen des CAS präsentiert

und dann nach den abgelaufenen Rechenschritten fragt.

 

Nach Bearbeitung dieses Arbeitsblattes sind Übungen zum Festigen der Erkenntnisse zu

empfehlen.

 

 

Allgemeine Überlegungen:

 

Zur Berechnung von Flächen zwischen Messpunkten (Fahrtenschreiberaufgabe)

oder Funktionsgraphen und x-Achse über ein Intervall kann man den Graphen

durch konstante Funktionen und die Fläche durch Rechtecksummen, sogenannten

Riemannschen Summen approximieren. Läßt man die Anzahl der dabei benutzten

Teilintervalle gegen unendlich streben, so erhält man das Riemannsche Integral.

Wir wollen nun versuchen, den Graphen durch solche Funktionen zu approximieren,

die ihn besser beschreiben mit dem Ziel, dass die sich damit ergebenden Flächen

die tatsächliche Fläche noch besser annähern. Das folgende Problem soll der Aus-

gangspunkt für unsere Betrachtungen sein:

 

 

(1) Approximation durch lineare Funktionen (Trapez-Regel):

 

Wir wollen nun versuchen, die zu integrierende Funktion durch Polygonzüge, d.h.

durch stückweise lineare Funktionen anzunähern. Die Fläche wird dann durch eine

Summe von Trapezen approximiert.

 

Es sei eine auf dem Intervall [a, b] zu integrierende Funktion f gegeben.

Das Intervall teilen wir in n Teile der Länge

 

image

Weiter bezeichnen wir für i = 1..n+1  mit

 

image

die i-te Stützstelle. Damit haben wir insbesondere

 

image____image

Zur Veranschaulichung nehmen wir die folgende Funktion

 

__image

 

und das Integrationsintervall [0, 1], welches wir in 5 gleichlange TeiIintervalle

aufteilen wollen:

 

f := -t^4 + t^2:

n := 4:

d := (1 - 0)/n:

(x[i] := 0 + d*(i - 1)) $i= 1.. n + 1:

 

Nun lassen wir sowohl den Graphen der Funktion als auch die Trapeze zeichnen:

 

plotf := plot::Function2d(f, t=0..1, Color = RGB::Green):

plot1 := plot::Line2d([x[1], subs(f, t = x[1])],

                      [x[2], subs(f, t = x[2])]):

plot2 := plot::Line2d([x[2], subs(f, t = x[2])],

                      [x[3], subs(f, t = x[3])]):

plot3 := plot::Line2d([x[3], subs(f, t = x[3])],

                      [x[4], subs(f, t = x[4])]):

plot4 := plot::Line2d([x[4], subs(f, t = x[4])],

                      [x[5], subs(f, t = x[5])]):

plot5 := plot::Line2d([x[2], 0],

                      [x[2], subs(f, t = x[2])]):

plot6 := plot::Line2d([x[3], 0],

                      [x[3], subs(f, t = x[3])]):

plot7 := plot::Line2d([x[4], 0],

                      [x[4], subs(f, t = x[4])]):

 

plot(plotf, plot1, plot2, plot3, plot4, plot5,

     plot6, plot7)

MuPAD graphics

Die Fläche des i-ten Trapezes läßt sich berechnen durch

 

image

 

Wenden wir diese Formel für jedes der Trapeze an und summieren dann alle

Teilflächen auf, so erhalten wir eine Näherung für das Integral von f in den

Grenzen 1 bis 2 :

 

F := float(sum(d/2*(subs(f, t=x[j]) + subs(f, t=x[j+1])),

     j = 1..n))

math

Zum Vergleich berechnen wir noch das exakte Integral und berechnen die

Differenz aus diesem und der Näherung:

 

F0 := float(int(f, t=0..1));

Fehler1 := abs(F - F0)

math

math

Unsere Näherung weicht also um

 

image

 

von der exakten Lösung ab. Dieser Fehler wird umso kleiner, je feiner wir das

Integrationsintervall aufteilen, d.h. je größer n  ist.

 

(2) Approximation durch Parabeln (Simpson-Regel):

 

Es stellt sich nun die Frage, ob wir eine Verbesserung der Werte erhalten, wenn

wir die Funktionen stückweise durch Parabeln approximieren. Dazu wollen wir

zunächst eine Formel zur Bestimmung der eindeutig bestimmten Parabel durch

drei gegebene Punkte herleiten. Es seien x1, x2 und x3 die gegebenen

Stützstellen und  y1, y2 und y3 die zugehörigen Funktionswerte. Für eine

einfachere Berechnung können wir uns die Parabel in Richtung der x-Achse so

verschoben denken, dass x2 gerade bei x=0  liegt. x1 und x2 liegen dann

symmetrisch zur y-Achse. Die Fläche unter der verschobenen Parabel ist

genauso groß wie die der ursprünglichen Parabel. Wir machen für die gesuchte

Parabel den Ansatz

 

Parabel := a*t^2 + b*t + c

math

Wir können mit Hilfe der Stützstellen und zugehörigen Funktionswerten die

Koeffizienten als Lösung eines Gleichungssystems zu bestimmen:

 

delete d:

Gleichungssystem :=

{y1 = subs(Parabel, t = -d),

y2 = subs(Parabel, t =  0),

y3 = subs(Parabel, t =  d)};

math

assume(d > 0):

s := solve(Gleichungssystem,[a,b,c]):

assign(op(s))

math

 

Damit nimmt die allgemeine Parabel folgende Gestalt an:

 

Parabel

math

Als nächstes wollen wir die obige Formel für die allgemeine Parabel übertragen

auf die beiden Parabeln, welche in den entsprechenden Teilintervallen unsere

Funktion f approximieren sollen. Zu diesem Zweck werten wir zunächst f in den

Stützstellen aus:

 

f1 := subs(f, t = x[1]):

f2 := subs(f, t = x[2]):

f3 := subs(f, t = x[3]):

f4 := subs(f, t = x[4]):

f5 := subs(f, t = x[5]):

 

Diese Werte sind nun in dem Ausdruck der allgemeinen Parabel einzusetzen.

Weiterhin ist zu beachten, dass der jeweils mittlere Stützpunkt nicht mehr bei

x=0  liegt. Deshalb benötigen wir noch für die erste Parabel die Substitution

image

und für die zweite Parabel die Substitution

image

Wir bekommen also nun zwei Parabeln mit der Variablen r :

 

Parabel1 := subs(Parabel, y1 = f1, y2 = f2, y3 = f3,

                          t = r-x[2], d = 1/n);

Parabel2 := subs(Parabel, y1 = f3, y2 = f4, y3 = f5,

                          t = r-x[4], d = 1/n);

math

math

 

Es ist nun noch zu beachten, dass die beiden Parabeln nur in den jeweiligen

Teilintervallen benötigt werden:

 

plotpa1 := plot::Function2d(Parabel1, r = x[1]..x[3]):

plotpa2 := plot::Function2d(Parabel2, r = x[3]..x[5]):

 

Nun wollen wir die aus den beiden Parabeln zusammengesetzte Ersatzfunktion

zusammen mit der Funktion f in einem Bild darstellen:

 

plot(plotpa1, plotpa2, plot6, plotf)

MuPAD graphics

Die allgemeine Parabel läßt sich leicht mit MuPAD integrieren und das Ergebnis

kann dann noch vereinfacht werden:

 

int(Parabel, t= -d..d)

math

normal(%)

math

factor(%)

math

 

Diese Formel wenden wir nun auf die beiden Parabeln an:

 

F1 := d/3*(subs(f, t=x[1]) + 4*subs(f, t=x[2]) + subs(f, t=x[3]));

F2 := d/3*(subs(f, t=x[3]) + 4*subs(f, t=x[4]) + subs(f, t=x[5]));

math

math

 

Wir hatten oben die Variable d aus rechentechnischen Gründen gelöscht. Setzen

wir sie wieder auf den ursprünglichen Wert und addieren dann die beiden

Integrale F1 und F2 , so erhalten wir die gesuchte Näherung für das Integral

unserer Ausgangsfunktion f:

 

d := (1-0)/n:

F := float(F1 + F2)

math

 

Zum Vergleich  berechnen wir auch hierfür die Differenz aus dem exakten

Integral und der erhaltenen Näherung:

 

Fehler2 := abs(F - F0)

math

 

Abschließend überzeugen wir uns davon, dass in unserem Beispiel der

Approximationsfehler der Simpson-Regel ungefähr 20 mal kleiner als der

Approximationsfehler der Trapezregel ist.

 

("Fehler Trapezregel") = Fehler1;

("Fehler Simpsonregel") = Fehler2;

Fehler1/Fehler2

math

math

math

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Anmerkungen:

 

1.   Dieses Notebook basiert auf der Ausarbeitung Numerische Integration von

      Alexandra Dreiseidler, erschienen in der Reihe NRW-Learn-Line unter der URL

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/cas/allemat.htm

 

2.  Weitere Anregungen finden Sie in der Buchreihe Mathematik 1 x anders. In dieser Reihe

     wird eine Vielzahl unterschiedlichster mathematischer Probleme mit MuPAD gelöst. Die

     Bücher können unter www.schule.mupad.de/literatur kostenfrei kopiert werden.

 

3.  Viele weitere praxisorientierte Aufgaben finden sich unter der Web-Adresse

 

http://www.learn-line.nrw.de

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