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Inhalt....: Elementare Laplacewahrscheinlichkeiten

Kategorie.: Handwerkskasten

Mathematik: Stochastik

MuPAD.....: 3.0.0

Datum.....: 2002-03-4

Autoren...: Kai Gehrs <acrowley@mupad.de>

Funktionen: nops, union, intersect

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Elementare MuPAD-Funktionen:

Berechnung von Laplace-Wahrscheinlichkeiten 

 

In diesem Notebook stellen wir einige ganz elementare Funktionen zur Stochastik vor,

die ausschließlich auf der elementaren, mengentheoretischen Definition der Wahr-

scheinlichkeit basieren.

 

Wir verwenden die übliche Schulnotation: Allen Laplace-Experimenten

liegt eine Grundmenge Omega zugrunde, die Menge aller möglichen

Elementarereignisse (z.B. beim Würfeln die Menge {1,2,3,4,5,6} ).

 

Mögliche Ereignisse bei einem Laplace-Experiment fassen wir als

Teilmengen der Grundmenge Omega auf (z.B. das Ereignis, bei

einmaligem Würfeln eine gerade Zahl zu erhalten, entspricht der

Menge {2,4,6} ).

 

Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses A ist gegeben durch den

Quotienten aus der Anzahl der Elemente von A und der Anzahl der

Elemente der Grundmenge Omega.

 

Wir definieren Funktionen, die die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen

Ereignisses, sowie die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung und des

Durchschnitts zweier Ereignisse berechnen.

 

P1:= (A, Omega) -> nops(A)/nops(Omega)

math

 

Die Prozedur P1 beschreiben wir in der üblichen Weise. Sie erhält

stets zwei Argumente:

 

1. Argument: Eine Menge A (Teilmenge von Omega), die ein Ereignis

                       definiert

 

2. Argument: Eine Menge Omega (Obermenge von A), die der, dem

                       Laplace-Experiment zugrundeliegenden Grundmenge

                       entspricht

 

Rückgabewert ist eine rationale Zahl zwischen 0 und 1 oder 0 oder

1 selbst, die Laplace-Wahrscheinlichkeit des Ereignisses A. Ein

Aufruf der Funktion besitzt also gewöhnlich die Form P2( A, Omega ).

 

Angenommen wir haben ein Glücksrad mit den Feldern 1 bis 100,

nummeriert mit den Zahlen 1 bis 100 (alle gleich groß).

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei einmaligem Drehen

des Rades eine Zahl zwischen 60 und 80 erhalten?

 

Dieses einfache Problem können wir jetzt wie folgt lösen:

 

Wir definieren die Mengen Omega und A (der Bequemlichkeit

halber mit dem $-Operator):

 

Omega:= {k $ k = 1..100}

math

A:= {k $ k =60..80}

math

 

Die Wahrscheinlichkeit für unser Ereignis A ist folglich:

 

P1(A, Omega)

math

 

Nun betrachten wir ein weiteres Ereignis B.

 

B soll das Ereignis "Die erspielte Zahl ist größer als 70" definieren.

Als Menge erhalten wir also

 

B:= {k $ k = 70..100}

math

 

Wir wollen die Wahrscheinlichkeit der Ereignisse "A und B" und

"A oder B" bestimmen. Zunächst stellen wir die Prozedur P2 vor,

die die Wahrscheinlichkeit für "A oder B" berechnet:

 

P2:= (A, B, Omega) -> nops(A union B)/nops(Omega)

math

 

Diese Prozedur erhält stets drei Argumente:

 

1. Argument: Eine Menge A (Teilmenge von Omega), die ein Ereignis

                       definiert

 

2. Argument: Eine Menge B (Teilmenge von Omega), die ein Ereignis

                       definiert

 

3. Argument: Eine Menge Omega (Obermenge von A und B), die der,

                       dem Laplace-Experiment zugrundeliegenden Grundmenge

                       entspricht

 

Rückgabewert ist eine rationale Zahl zwischen 0 und 1 oder 0 oder

1 selbst, die Laplace-Wahrscheinlichkeit des Ereignisses "A oder B".

 

Damit ergibt sich die Wahrscheinlichkeit für "A oder B" mit unseren

Mengen zu

 

P2(A, B, Omega)

math

 

Betrachten wir nun abschließend noch die Prozedur P3 zur Berechnung der

Wahrscheinlichkeit des Ereignisses "A und B":

 

P3:= (A, B, Omega) -> nops(A intersect B)/nops(Omega)

math

 

Diese Prozedur erhält ebenfalls drei Argumente:

 

1. Argument: Eine Menge A (Teilmenge von Omega), die ein Ereignis

                       definiert

 

2. Argument: Eine Menge B (Teilmenge von Omega), die ein Ereignis

                       definiert

 

3. Argument: Eine Menge Omega (Obermenge von A und B), die der

                       dem Laplace-Experiment zugrundeliegenden Grundmenge

                       entspricht

 

Rückgabewert ist eine rationale Zahl zwischen 0 und 1 oder 0 oder

1 selbst, die Laplace-Wahrscheinlichkeit des Ereignisses "A und B".

 

Die gesuchte Wahrscheinlichkeit des Ereignisses "A und B" ist also: 

 

P3(A, B, Omega)

math

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Aufgaben:

1. Berechnen Sie selbst einmal die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse mit den obigen Prozeduren

    P1, P2, und P3 (nehmen Sie als Grundmenge Omega weiterhin die Menge der Zahlen von 1 bis 100 an):

    A: "Die Zahl liegt zwischen 20 und 30"

    B: "Die Zahl ist kleiner als 15"

    C: "Die Zahl ist ein ganzzahliges Vielfaches von 5"

    Berechnen Sie nun die Wahrscheinlichkeiten der Ereignisse

    E1: "A und B"

    E2: "A oder B"

    E3: "A oder C"

    E4: "B und C"

   

2. Ändern Sie die obigen Prozeduren P2 und P3 so ab, dass Sie die Wahrscheinlichkeiten von "A oder B

    oder C" und "A und B und C" ebenfalls berechnen können. Wählen Sie dabei für die Prozeduren die

    Namen P4 und P5, damit Sie die oben implementierten Prozeduren nicht durch gleiche Namenswahl

    überschreiben. 

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Anmerkungen:

1.  Weitere Anregungen finden Sie in der Buchreihe Mathematik 1 x anders. In dieser Reihe

     wird eine Vielzahl unterschiedlichster mathematischer Probleme mit MuPAD gelöst. Die

     Bücher können unter www.schule.mupad.de/literatur kostenfrei kopiert werden. 

 

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