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Inhalt....: Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung - Ein Beispiel

Kategorie.: Unterrichtsmaterial

Mathematik: Stochastik, Statistik

MuPAD.....: 3.0.0

Datum.....: 2002-01-17

Autoren...: Julia Faflek <faflek@upb.de>

Funktionen: random, stats::mean

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Schokoriegelbilder

 

Durch dieses Beispiel wird der statistische Begriff Mittelwert gegen den theoretischen

Erwartungswert abgegrenzt. Dabei wird veranschaulicht, dass der Mittelwert für größer

werdenden Stichprobenumfang sich dem Erwartungswert annähert.

Das Beispiel kann ausgebaut werden, indem man es auf die Begriffe der Standard-

abweichung und der Varianz überträgt.

 

Gegeben ist folgende Fragestellung:

In einem Schokoriegel befindet sich eins von neun verschiedenen Bildern.

Eine Person kauft 3 Riegel und öffnet diese. X gebe die Anzahl der unter-

schiedlichen Bilder an, die man auf diese Weise erhalten kann.

Wie viele verschiedene Bilder kann man beim Auspacken der drei Riegel im

Durchschnitt erwarten?

 

Dieses Problem werden wir nun durch eine Simulation mit Zufallszahlen lösen.

Dazu ziehen wir aus den Zahlen von 1 bis 9 drei zufällige Ziffern und notieren

uns die Anzahl X der unterschiedlichen Ziffern. Das ganze wiederholen wir n mal.

Danach bilden wir das arithmetische Mittel über die n Werte, die wir für X berechnet

haben.

Wir schreiben dazu eine eigene kleine Prozedur.

 

Schokoriegel := proc(n)

   local A, B, C, a, b, c, anz, durchschnitt, i;

begin

   A:=random(1..9);

   B:=random(1..9);

   C:=random(1..9);

   anz :=[0 $ n];

   for i from 1 to n do

      a:=A();

      b:=B();

      c:=C();

      if a<>b then

         if b<>c and a<>c then

            anz[i]:=3

         else

            anz[i]:=2

         end_if

      elif b<>c then

         anz[i]:=2

      else

         anz[i]:=1

      end_if:

end_for;

durchschnitt:= float(stats::mean(anz));

print(Unquoted, "Durchschnittlich sind "

                .expr2text(durchschnitt).

                " verschiedene Bilder zu erwarten.");

end_proc

math

Nun liefert der Aufruf

 

Schokoriegel(30)

Durchschnittlich sind 2.466666667 verschiedene Bilder zu erwarten.

 

die durchschnittliche Anzahl der verschiedenen Bilder, wenn man 30 mal den

Kauf der drei Schokoriegel simuliert.

 

Jetzt wollen wir verstehen, wie wir den Erwartungswert in MuPAD berechnen

können. Wir schreiben eine weitere kleine Prozedur, die als Eingabe eine Liste

x und einen Parameter n erhält, der die Länge der Liste angibt.

 

Die Liste x enthält die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsvariablen.

Die Prozedur basiert genau auf der formelmäßigen Berechnung des Erwartungs-

wertes.

 

ErwartungsWert := proc(x, n)

   local produkt, summe, i;

begin

   produkt := [0 $ n];

   summe := 0;

   for i from 1 to n do

      produkt[i] := x[i][1] * x[i][2];

      summe := summe + produkt[i];

   end_for;

   return(float(summe));

end_proc:

 

Wir können dieser Prozedur die Wahrscheinlichkeitsverteilung aus dem

Beispiel des Schokoriegels übergeben.

 

Es gilt hier P(X=1)=1/81, P(X=2)=24/81 und P(X=3)=56/81.

 

Also definieren wir zuerst eine Liste, die die Wahrscheinlichkeitsverteilung

darstellt.

 

X := [[1, 1/81], [2, 24/81], [3, 56/81]]

math

Schließlich übergeben wir der Prozedur ErwartungsWert die Liste X und

die Länge 3.

 

ErwartungsWert(X, 3)

math

Vergleichen wir nun dieses theoretisch berechnete Ergebnis mit den

Ergebnissen, die die Prozedur Schokoriegel für große n liefert, so können

wir beobachten, dass sich die Werte tatsächlich dem theoretischen Wert

annähern.

 

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Anmerkungen:

 

1.  Weitere Anregungen finden Sie unter: http://schule.mupad.de bzw. http://studium.mupad.de

 

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