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Inhalt....: Säulendiagramme und Histogrammdarstellung 

Kategorie.: Handwerkskasten

Mathematik: Stochastik, Statistik

MuPAD.....: 3.1.0

Datum.....: 2002-03-03

Autoren...: Kai Gehrs <acrowley@mupad.de>

Funktionen: |, plot, plot::Bars2d, binomial, plot::Function2d, plot::Histogram2d

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Elementare MuPAD-Funktionen:

Säulendiagramme und Histogrammdarstellung

 

Wir wollen lernen, wie wir mit MuPAD die bekannten Histogrammdarstellungen entwerfen

können.

 

Zur Darstellung von Säulendiagrammen jeglicher Art stellt MuPAD die Funktion

plot::Bars2d zur Verfügung. Diese Funktion erhält in der Regel ein Argument

(Es ist durchaus möglich, der Funktion weitere Argumente zu übergeben - dies

geht aber über den Rahmen dessen, was wir hier vorstellen möchten, hinaus.

Man kann sich leicht auf der Hilfeseite zu plot::Bars2d mit dem Aufruf ?plot::Bars2d

oder direkt über den Hilfebrowser informieren).

 

1. Argument: Eine doppelt geschachtelte Liste mit beliebigen Zahlen, d.h. ein

                       Objekt der Form [ [ x1, x2, x3, . . . , xk ] ], wobei x1, x2, x,3, . . . , xk

                       die Höhen der einzelnen Säulen bestimmen.

 

Als Rückgabewert erhalten wir wie immer ein grafisches Objekt, welches wir

mit dem Befehl plot auf dem Bildschirm ausgeben lassen können.

Ein Aufruf der Funktion ist also in der Regel von der Form

plot( plot::Bars2d( [ [ x1, x2, x3, . . . , xk ] ] ) ).

 

Dazu einige Beispiele:

 

Wir betrachten die Binomialverteilung. Dabei bezeichne im folgenden n die

Anzahl der Durchführungen des jeweiligen Experiments, p die Trefferwahr-

scheinlichkeit und k die Anzahl der jeweiligen Treffer. Die in der Schule

übliche Formel zur Berechnung einer solchen Wahrscheinlichkeit geben

wir wie folgt in MuPAD ein:

 

B := (n, p, k) -> binomial(n,k) * p^k * (1-p)^(n-k)

math

Gehen wir von dem üblichen Würfelexperiment aus: Mit einem idealen

Würfel werde 6 mal gewürfelt. Es sei p die Wahrscheinlichkeit, eine 6

zu werfen. Dann können wir die Wahrscheinlichkeitsverteilung der

Zufallsgröße, die die Anzahl der erzielten Sechsen beschreibt, wie

folgt visualisieren:

 

plot(plot::Bars2d([[B(6,1/6,k) $ k = 0..6]]))

MuPAD graphics

Dabei bedeutet $ k = 0..6, dass die Variable k alle Werte der Menge

{0,1,2,3,4,5,6} durchläuft. Alternativ, aber etwas umständlicher, hätten wir

auch schreiben können:

 

plot(plot::Bars2d([[B(6,1/6,0),B(6,1/6,1),B(6,1/6,2),

                    B(6,1/6,3),B(6,1/6,4),B(6,1/6,5),

                    B(6,1/6,6)]]))

MuPAD graphics

Jetzt erhöhen wir den Wert für n. Setzen wir n einmal auf den Wert

20:

 

plot(plot::Bars2d([[B(20,1/6,k) $ k = 0..20]]))

MuPAD graphics

Man sieht nun schon leicht, wie sich die rechteckigen Säulen in Form

einer Glocke anordnen. Wir zeichnen die Verteilung nochmals für

n = 100:

 

plot(plot::Bars2d([[B(100,1/6,k) $ k = 0..100]]))

MuPAD graphics

Auf diese Weise können wir schön verdeutlichen, dass sich die

Binomialverteilung tatsächlich sehr gut durch die Normalverteilung

approximieren.

 

Als letztes Beispiel betrachten wir den Münzwurf mit einer idealen

Münze. Wir wählen n = 100 und p = 1/2.

 

plot(plot::Bars2d([[B(100,1/2,k) $ k = 0..100]]))

MuPAD graphics

Hier sehen wir deutlich, wie sich die Rechtecke im Erwartungswert 50

zentrieren. Die Standardabweichung in diesem Beispiel ist gegeben

durch die Quadratwurzel aus n * p * (1-p) und besitzt dadurch den Wert 5.

Eine allgemeine Faustformel ist, dass wir die Binomialverteilung

durch die Normalverteilung recht gut approximieren können, wenn

n * p * (1-p) > 9 gilt. Hier haben wir n * p * (1-p) = 25, d.h. die Faust-

formel ist erfüllt.

 

Wir definieren die Dichte der Normalverteilung in MuPAD:

 

phi:= (1/s) * (1 /(sqrt(2*PI))) * exp(-(x-m)^2/(2*s^2))

math

 

Dabei bezeichnet m den Erwartungswert und s die Standardabweichung.

 

Darstellen können wir den Graphen mittels plot::Function2d, wobei

wir für m den Wert 50 (Erwartungswert) und für s den Wert 5

(Standardabweichung) wählen müssen.

 

plot(plot::Function2d((phi |m=50|s=5), x = 0..100))

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Statt Säulendiagramme zu zeichnen, können wir auch direkt auf die

Funktion plot::Histogram2d zurückgreifen. Diese zeichnet Histogramme

im eigentlich Sinne, d.h. Säulendiagramme, deren Gesamtfläche sich

zu 1 addiert (wie so oft im stochastischen und statischen Kontext

gewünscht). Die Funktion plot::Histogram2d erhält für unsere Zwecke

stets drei Argumente:   

 

1. Argument: Eine Liste von Wahrscheinlichkeiten oder relativen

                       Häufigkeiten, die sich zu 1 aufaddieren.

 

2. Argument: Eine Gleichung der Form Cells = Liste, wobei Liste

                       eine Liste zur Positionierung der Histogramme ist.

3. Argument: Die Option Area = 1, die dafür sorgt, dass sich die

                       Gesamtfläche aller Histogramme zu 1 aufaddiert.

 

Als Rückgabewert erhalten wir wie immer ein grafisches Objekt, welches wir

mit dem Befehl plot auf dem Bildschirm ausgeben lassen können.

Ein Aufruf der Funktion ist also in der Regel von der Form

plot( plot::Histogram2d( [ x1, x2, x3, . . . , xk], Cells = Liste, Area = 1 ) ).

 

Wir erproben die Funktion an einem Beispiel: Wir würfeln mit einem

idealen Würfel 10000 mal und sammeln die Ergebnisse in einer Liste Erg:

 

Wuerfel:= random(1..6):

Erg:= [Wuerfel() $ i = 1..10000]:

 

Nun zeichnen wir die zugehörigen Histogramme, wobei wir das i-te

Histogramm symmetrisch um die "Augenzahl i" mit Breit 1 positionieren,

so dass die Höhe des betreffenden Histogramms die relative Häufigkeit

angibt:

 

plot(plot::Histogram2d(Erg, Cells = [i-0.5..i+0.5 $ i = 1..6],

                       Area = 1))

MuPAD graphics

Wie wir sehen, liegen die Höhen der Histogramme sehr nah beieinander - ein

Zeichen dafür, dass die relative Häufigkeit einer jeden Augenzahl mit

zunehmender Versuchsanzahl in der Tat gegen die Wahrscheinlicheit zu

konvergieren scheint.

 

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Aufgaben:

1. Visualisieren Sie die Verteilung, die sich aus folgendem Bernoulli-Experiment ergibt: Ein Glücksgrad wird

    n-mal gedreht. Dabei soll das Glücksrad 12 verschiedene Felder aufweisen, die alle mit der gleichen

    Wahrscheinlichkeit getroffen werden. Zeichnen Sie Histogrammdarstellungen für n = 10, 20, 50, 100

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Anmerkungen:

 

1.  Weitere Anregungen finden Sie unter: http://schule.mupad.de bzw. http://studium.mupad.de

 

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