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Inhalt....: Bestimmung einer Funktionsgleichung aus Eigenschaften

Kategorie.: Unterrichtsmaterial

Mathematik: Analysis

MuPAD.....: 4.0.0

Datum.....: 2007-05-14

Autoren...: August Barkhausen <abarkhausen@gmx.de> 

Funktionen: ->, -->, |, delete, solve, plot, plot::Function2d, plot::Point2d

Funktionen: table, Legend, Extension, Inifinite

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Bestimmung einer Funktionsgleichung aus gegebenen Eigenschaften

inklusive Berücksichtigung von Extremal- und Wendepunkten.

 

Im folgenden Beispiel soll die Vorgehensweisen zur Bestimmung der Funktionsgleichung einer ganzrationalen Funktion aus Eigenschaften anhand eines auch manuell rechenbaren Beispiels dargestellt werden. Die manuelle Rechenbarkeit ermöglicht so eine leichte Überprüfung der Ergebnisse. Nachdem dann die grundsätzliche Vorgehensweise geklärt ist kann man die erlerntenTechniken auf komplexere, nicht mehr manuell rechenbare Beispiels übertragen.    

 

image Aufgabe: Gesucht ist eine ganzrationale Funktion vierten Grades mit folgenden Eigenschaften:

 

 

Ein Wendepunkt ist bei

math

Ein Tiefpunkt ist bei

math

Eine Nullstelle ist bei

math

 

 

Einige Variablen (Parameter) vorsichtshalber zurücksetzen (löschen), da sie nach vom Anwender während des Experimentierens in diesem Notebook ggf. mit Werten belegt wurden.

delete a,b,c,d,e,k,l

 

Eine ganzrationale Funktion 4. Grades lässt sich wie folgt schreiben:

f:= x -> a*x^4 + b*x^3 + c*x^2 + d*x + e

math

 

Die ersten beiden Ableitungen sind:

f'(x)

math

f''(x)

math

f'''(x)

math

 

Bei manueller Rechnung wird man aus den Bedingungen für die Punkte nun Bedingungen für die Funktion und deren Ableitungen erschließen und daraus ein lineares Gleichungssystem erstellen, das man dann löst. Diese Vorgehensweise soll hier mit MuPAD Pro durchgeführt werden. Es ergeben sich folgende Bedingungen für die Funktion:

 

 

Nullstelle ist bei math

math

math

Tiefpunkt ist bei math

math

math, math, mit k > 0

Wendepunkt ist bei math

math

math, math, mit l <> 0

 

 

Aufstellen und Lösen des Gleichungssystems:

 

Es wird, entsprechend der Reihenfolge der obigen Bedingungen mit k=24 und l=24, ein lineare Gleichungssystem aufgestellt:

N:=  2:

T:= -sqrt(3):

W:=  1:

Gleichungen:= {

   f   (N) = 0,

   f'  (T) = 0,

   f'' (T) = k,

   f'' (W) = 0,

   f'''(W) = l

}:

k:= 24:

l:= 24:

 

Wir lassen uns zunächst die linken und rechten Seiten des aufgestellten Gleichungssystem noch einmal übersichtlich anzeigen

table(Gleichungen)

math

 

und berechnen und benennen dann die Lösung als L.

L:= solve(Gleichungen, {a,b,c,d,e})

math

 

Definition der Funktion und Probe:

 

Wir definieren unsere Funktion g nun als f "unter den Bedingungen" (= |) der Lösung L und lassen uns zudem den Funktionsterm g(x) anzeigen:

g:= f | L;

g(x)

math

math

 

Alternativ kann auch die folgende Schreibweise verwendet werden. Hinweis: Im Gegensatz zu -> wertet --> die rechte Seite des Operators (hier: "die Funktion f unter der Bedingung L") erst aus, bevor die Funktion / Abbildung definiert wird.

g:= x --> f(x) | L

math

 

Eine kleine Rechenprobe (g ausgewertet an der Nullstelle):

g(2) = float(g(2))

math

 

Der Funktionsgraph von g, ergänzt um die gegebenen Punkten der Aufgabenstellung, zeigt uns, dass der richtige Funktionsterm ermittelt wurde. Auf eine weitergehende Analyse wird verzichtet.

Punkte:= plot::Point2d( N, g(N), Legend="Nullstelle (gegeben)",  Color=RGB::Red ),

         plot::Point2d( T, g(T), Legend="Tiefpunkt (gegeben)",   Color=RGB::Magenta ),

         plot::Point2d( W, g(W), Legend="Wendestelle (gegeben)", Color=RGB::Green ):

 

plot( plot::Function2d( g(x), Legend="Ermittelte Funktion (k=".k.",l=".l.")", x=-3..3),

      Punkte

)

MuPAD graphics

 

Die Wahl der Werte k=24 und l=24 war willkürlich, aber so gewählt, dass im Ergebnis nur "glatte" Zahlen auftreten. Wie verändert sich der Funktionsterm der zu ermittelnden Funktion wenn man die Parameter k und l variiert?

 

Wir löschen dazu zunächst die Werte der Parameter k und l. Dann lösen wir unser Gleichungssystem mit den formalen Parametern k und l bzgl. {a, b, c, d, e} und definieren anschließend eine Funktionenschar h(x)[ k,l ].

 

delete k, l:

table(Gleichungen);

h:= x --> f(x) | solve(Gleichungen, {a,b,c,d,e})

math

math

 

Wir animieren den Funktionsgraph der Funktion h(x)[ k=24,l ] nun für den Parameter l = -24..48 (man beachte dabei , dass l=0 keine gültige Lösung ist, da es der Wendepunkt-Bedingung widerspricht):

plot( plot::Function2d( h(x)|k=24, x=-3..3, l=-24..48, Legend="Funktion, k=24, l=-24..48"),

      TimeRange=-2.4..4.8,

      plot::Line2d([T,0],[T,0.1], Color=RGB::Magenta, Extension = Infinite),

      plot::Line2d([W,0],[W,0.1], Color=RGB::Green,   Extension = Infinite),

      Punkte

)

MuPAD graphics

 

 

 

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