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Inhalt....: Asymptotisches Verhalten von Funktionen

Kategorie.: Grundkurs

Mathematik: Analysis

MuPAD.....: 3.1.0

Datum.....: 2005-04-04

Autoren...: Kai Gehrs <acrowley@mupad.de>

Funktionen: limit, infinity, Left, Right, partfrac, ->

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Asymptotisches Verhalten von Funktionen

 

Dieses Arbeitsblatt ist Bestandteil des MuPAD Grundkurses.

 

Bei der Diskussion gebrochen-rationaler Funktionen ist oft das Verhalten dieser

Funktionen in einer Umgebung ihrer Definitionslücken sowie ihr Verhalten für x

gegen unendlich und x gegen minus unendlich von Interesse. MuPAD bietet mit

der Funktion "limit" die Möglichkeit, Grenzwerte von Funktionen zu berechnen.

Die Aufrufsyntax dieser MuPAD Routine ist ganz ähnlich zum Gebrauch von

"solve": Als erstes Argument übergibt man den Funktionsterm, als zweites

Argument eine Gleichung der Form "Funktionsvariable = Wert". Ein Aufruf der

Form "limit(f, x = infinity)" berechnet den Grenzwert der Funktion f für x gegen

unendlich. Ganz analog lässt sich mittels "limit(f, x = -infinity)" der Grenzwert der

Funktion f für x gegen minus unendlich bestimmen. Anstelle von "infinity" und

"-infinity" können wir genauso gut jede andere Zahl betrachten und den ent-

sprechenden Grenzwert, wenn x gegen diese Zahl konvergiert, berechnen.

 

Einige Beispiele werden wie immer für Klarheit sorgen:

 

f:= x -> 1/x

math

limit(f(x), x = infinity)

math

limit(f(x), x = -infinity)

math

Dies sind die Ergebnisse, die wir auch erwartet haben. Die Hyperbelfunktion

1/x besitzt die x-Achse als waagerechte Asymptote und nähert sich dieser

sowohl für x gegen unendlich als auch für x gegen minus unendlich.

 

Als nächstes wollen wir ein wenig kompliziertere Funktionen betrachten:

 

g:= x -> (3*x^2 + 2*x) / (4*x^2 - 3)

math

limit(g(x), x = infinity)

math

limit(g(x), x = -infinity)

math

h:= x -> x^3 - x

math

limit(h(x), x = infinity)

math

limit(h(x), x = -infinity)

math

Anhand des letzten Beispiels kann man sehr schön erkennen, dass MuPAD

uns auch uneigentliche Grenzwerte berechnet, also die Werte unendlich bzw.

minus unendlich liefert im Fall des kubischen Polynoms x^3 - x liefert.

 

Bei gebrochen-rationalen Funktionen mit Polstellen können wir den Grenz-

wert an einer Polstelle nicht auf die bisherige Weise berechnen, wie es das

folgende Beispiel der Funktion k zeigt, die bei x = -1 und bei x = 1 Polstellen

besitzt:

 

k:= x -> (x^2 + 1) / (1 - x^2)

math

limit(k(x), x = 1)

math

limit(k(x), x = -1)

math

Die Antwort, die uns MuPAD gibt ist "undefiniert", d.h. der Grenzwert existiert

nicht (nicht einmal im uneigentlichen Sinn). Um zu sehen, warum MuPAD uns

diesen Grenzwert nicht einfach berechnet, werfen wir einen Blick auf den Graphen

der Funktion (wir werden erst ein wenig später genauer lernen, wie wir mit MuPAD

Funktionen grafisch darstellen können - an dieser Stelle geben wir daher nur den

Graphen, nicht aber den Weg an, wie man ihn mit MuPAD erzeugt). Die Funktion,

die wir betrachten, sieht wie folgt aus:

 

image

 

Schauen wir uns den Graphen der Funktion an, so sind die Grenzwerte

an den Stellen x = -1 und x = 1 der Funktion durchaus verschieden - je

nachdem, ob man sich von rechts oder von links nähert. Generell müssen

wir in MuPAD bei der Untersuchung von Definitionslücken stets angeben,

ob wir den "rechtsseitigen Grenzwert" oder den "linksseitigen Grenzwert"

an einer Stelle berechnet haben möchten. Den "rechtsseitigen Grenzwert"

berechnet uns MuPAD, wenn wir dem Aufruf der Funktion "limit" als drittes

Argument die Zusatzoption "Right" übergeben. Entsprechend erhalten wir

den "linksseitigen Grenzwert" durch zusätzliche Angabe der Option "Left"

als drittes Argument bei einem Aufruf von "limit". In unserem Beispiel sieht

dies wie folgt aus:

 

limit(k(x), x = -1, Left),

limit(k(x), x = -1, Right)

math

limit(k(x), x = 1, Left),

limit(k(x), x = 1, Right)

math

Vergleichen wir die berechneten uneigentlichen Grenzwerte mit dem Graphen

der Funktion k (siehe oben), so wird deutlich, dass die Ergebnisse korrekt sein

müssen.

 

Auf eine letzte Besonderheit gilt es an dieser Stelle noch zu verweisen: Betrachtet

man gebrochen-rationale Funktionen, deren Zählergrad größer ist als ihr Nennergrad,

so sind die Grenzwerte von x gegen unendlich und x gegen minus unendlich stets

uneigentlich (d.h. also gleich unendlich oder gleich minus unendlich). In der Regel

genügt einem diese Information aber. Man sucht zusätzlich eine einfachere Funktion,

der sich die entsprechende gebrochen-rationale Funktion im Unendlichen annähert.

Den Term einer solchen Funktion können wir nicht mit "limit" berechnen. Stattdessen

können wir jedoch die MuPAD Funktion "partfrac" benutzen, die eine Partialbruchzer-

legung berechnet. Anhand der Partialbruchzerlegung lässt sich dann die Asymptote

ablesen. Auch dazu betrachten wir ein Beispiel:

 

l:= x -> (x^3 - 2*x + 1) / (2*x^2 - 2)

math

partfrac(l(x))

math

An der Ausgabe erkennt man leicht, dass für x gegen unendlich oder minus unendlich

der Ausdruck, in dem x nur im Nenner auftaucht, gegen Null konvergiert. Damit ist

sowohl für x gegen unendlich als auch für x gegen minus unendlich die lineare Funktion

x/2 eine Asymptote des Graphen der Funktion l.

 

Im "Handwerkskasten" finden sich in dem Notebook "Berechnung des asymptotischen

Verhaltens einer Funktion" zusätzliche Beispiele und weitere ergänzende Erklärungen

zum Umgang mit der Funktion "limit". Zur Berechnung der Partialbruchzerlegung finden

sich weitere Informationen in dem Notebook "Partialbruchzerlegung", welches eben-

falls im "Handwerkskasten" verfügbar ist.

 

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Übungen:

1. Untersuchen Sie das Verhalten der folgenden Funktionen an den Rändern ihres Definitionsbereichs

__und an ihren Polstellen (falls vorhanden).

image

image

image

image

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Anmerkungen:

 

1.  Weitere Anregungen finden Sie unter: http://schule.mupad.de bzw. http://studium.mupad.de

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