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Inhalt....: Absorbierende Markoff-Kette

Kategorie.: Unterrichtsmaterial

Mathematik: Lineare Algebra, Stochastik

MuPAD.....: 3.1.0

Datum.....: 2005-01-12

Autoren...: Monika v. zur Mühlen <mvzmuehlen@web.de>

Funktionen: matrix, linalg::transpose

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Markoff-Ketten sind ein interessantes Thema für einen anwendungsorientierten Mathe-

matikunterricht,  das Inhalte der Stochastik mit der Linearen Algebra verbindet. Sie bieten

sich an zur Behandlung der Matrizenrechnung, die in Nordrhein-Westfalen zu den inhalt-

lichen Schwerpunkten des künftigen Zentralabiturs gehören wird.  

 

Das Arbeitsblatt ist entwickelt worden auf der Grundlage von:

Lambacher-Schweizer, Stochastik, Stuttgart 2003

 

Ameise auf Wanderschaft

- absorbierende Markoff-Kette -

 

image

 

Eine Ameise startet in Zelle 4 und wechselt von Minute zu Minute in eine der Nachbarzellen, dabei

hat sie einen „Linksdrall" und geht jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,6 nach links und mit

einer Wahrscheinlichkeit von 0,4 nach rechts. Wenn sie in einer der Randzellen gelandet ist, bleibt

sie dort für immer gefangen.

 

a)-------Stelle die Übergangsmatrix U auf, die diesen Prozess beschreibt.

b)-------Bestimme die Wahrscheinlichkeiten, mit denen die Ameise in Zelle 1 bzw. in Zelle 6 gefangen

----------wird.

c)-------Wie lange braucht die Ameise bis zu ihrer Gefangennahme? Berechne die mittlere Zeitdauer.

 

 

Lösung zu a):

 

Es gilt z.B. für die Wahrscheinlichkeit, dass die Ameise sich in Zelle 3 aufhält:

z3:= 0.6*z4 + 0.4*z2

oder in Zelle z1:

z1:= 0.6*z2 + 1*z1 (Wenn die Ameise bereits  in z1 gefangen ist, bleibt sie auch dort!)

 

Aus diesen Überlegungen ergibt sich die folgende Übergangsmatrix:

U:= matrix([[1,0.6,0,0,0,0],  [0,0,0.6,0,0,0],[0,0.4,0,0.6,0,0],

            [0,0,0.4,0,0.6,0],[0,0,0,0.4,0,0],[0,0,0,0,0.4,1]])

math

Zu Beginn befindet sich die Ameise mit Wahrscheinlichkeit 1 in Zelle 4 und mit Wahrscheinlichkeit 0

in allen anderen Zellen.

v0:= matrix([0,0,0,1,0,0])

math

Nach einer Minute:

v1:= U*v0

math

v2:= U*v1

math

Und nach 10 Minuten:

DIGITS:= 4: v10:= U^10*v0

math

Lösung zu b):

 

Mit welchen Wahrscheinlichkeiten landet die Ameise, von einer bestimmten Zelle aus gesehen,

im Endzustand z1?

 

Für die Übergangswahrscheinlichkeiten in den Zustand z1 gilt:

 

a1 = 1-------------------------------------------------(Wenn die Ameise in z1 ist, bleibt sie dort.)

a2 = 0,4*a3 + 0,6*a1 = 0,4*a3 + 0,6---------(Von z2 aus kann sie direkt nach z1 gelangen oder den

-----------------------------------------------------------Umweg über z3 nehmen)

a3 = 0,4*a4 + 0,6*a2-----------------------------(Von z3 aus kann sie nur über z2 oder z4 nach z1 gelangen,)

 

a4 = 0,4*a5 + 0,6*a3

a5 = 0,6*a4

a6 = 0-------------------------------------------------(Von z6 aus kann die Ameise nicht mehr nach z1 gelangen!)

 

Offenbar lassen sich diese Gleichungen aus der Übergangsmatrix ableiten,

 

1_____0.6____0_____0_____0_____0

0_____0_____0.6____0_____0_____0

0_____0.4____0_____0.6____0_____0

0_____0_____0.4____0_____0.6____0

0_____0_____0_____0.4____0_____0

0_____0_____0_____0_____0.4____1

 

......... wenn man die Zeilen weglässt, die sich auf die Endzustände beziehen (das sind hier die

Zeilen 1 und 6),  und die Matrix spaltenweise liest.

Durch Transponierung der rot geschriebenen Teilmatrix ergibt sich zunächst die Matrix Q:

Q:= linalg::transpose( matrix(

    [[0,0.6,0,0], [0.4,0,0.6,0], [0,0.4,0,0.6], [0,0,0.4,0]]

    ))

math

Die Matrix Q wird mit dem Vektor der Wahrscheinlichkeiten multipliziert, die Zeile der Matrix U,

die zu z1 gehört, wird ebenfalls transponiert und hinzuaddiert. Es ergibt sich das oben aufgeführte

Gleichungssystem.

  matrix([a2, a3, a4, a5]) =

Q*matrix([a2, a3, a4, a5]) + matrix([0.6, 0, 0, 0])

math

Die Gleichung wird aufgelöst mit Hilfe der inversen Matrix. Es gilt:

a:= matrix([a2, a3, a4, a5]):

print(Typeset,hold((1 - Q)*a) = matrix([0.6, 0, 0, 0]))

math

Daraus folgt:

hold(a) = (1-Q)^(-1)*matrix([0.6, 0, 0, 0])

math

Die Matrix F wird Fundamentalmatrix der Markoff-Kette genannt.

F:= (1-Q)^(-1)

math

Berechnung der Absorptionswahrscheinlichkeiten mit Hife von F:

a:= F*matrix([[0.6], [0], [0], [0]]) // Absorption in z1

math

b:= F*matrix([[0], [0], [0], [0.4]]) // Absorption in z6

math

DIGITS:= 3:

a[3]

math

b[3]

math

Die Ameise wird ihre Wanderung mit einer Wahrscheinlichkeit von 64% im ersten Feld beenden und mit

einer Wahrscheinlichkeit von 36% im zweiten Feld..

 

Lösung zu c):

Mit der Fundamentalmatrix kann auch die mittlere Schrittlänge bestimmt werden:

m:= F*matrix([[1], [1], [1], [1]])

math

m[3]

math

Die Ameise benötigt im Mittel 6 Minuten bis zur Gefangennahme, wenn sie in Feld 4 startet.

 

Variation:

Die Ameise startet in Zelle 3, und es gelten nun die folgenden Übergangswahrscheinlichkeiten:

- mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 bleibt sie in der jeweiligen Zelle,

- mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 geht sie nach links,

- mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,4 nach rechts.

Wenn sie in einer der Randzellen gelandet ist, bleibt sie dort für immer gefangen.

 

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Anmerkungen:

1. Selbstlernmaterial zur Matrizenrechnung unter:

    http://www.learnline.nrw.de/angebote/selma/foyer/projekte/hammproj3/index.html

    http://www.learnline.nrw.de/angebote/selma/foyer/projekte/dinslakenproj3/index.html

 

2.  Weitere Anregungen finden Sie unter: http://schule.mupad.de bzw. http://studium.mupad.de

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